
Der Hof Schollbrock liegt westlich der Schollbrockstraße, nördlich des Lippedamms und östlich des Tierheims im Ellerbruch. Die ersten Aufzeichnungen gehen in das 14. Jahrhundert zurück. Im Jahre 1359 verpfändeten die Brüder Johann und Dietrich von Hervorste, Ritter zu Hervorste, im Einverständnis mit ihren Schwestern Jütte, Stine und Lise den Hof Schollbrock und den dabei gelegenen Kotten an den rechtlinken und redliken Henrik Horste, und sinen Erven gegen eine Entschädigung von jährlich 3 Malter Roggen. Die Nachkommen des Hinrik Horste verkaufen den Hof 1409 an die Hervester Kirchenmeister Herman von Tenderink, Hinrik ten Auer und Alberte den Köster . Die Stadt Dorsten, die bis dahin rechtmäßig Abgaben aus dem Hofe bezog, verzichtet darauf, da der Hof nun zum Unterhalt der Hervester Kirche beisteuern muß. 1431 pachtet der derzeitige Pastor Rötger das Gut Schollbrock für sich. Er verläßt das zu dieser Zeit noch auf den Wemhöfen liegende Pastorat und zieht zum Schollbrock, weil ihm der Weg zu weit ist. Als Pachtpreis entrichtet er 2 Malter Roggen und 2 Schillinge pro Jahr an die Kirche. Sein Nachfolger, Pastor Gossen von Haltern, nimmt die Option, zu den Wemhöfen zurückzukehren nicht wahr und bleibt auf dem Schollbrock. Er setzt durch, daß durch Tausch der ständige Sitz des Pastorats auf dem Schollbrock ist. 1496 wird den Kirchenmeistern und Kirchspielleuten das Gut auf den Wemhöfen überlassen, dafür treten sie den Schollbrock an den Pastor ab. In diesem wichtigen Vertrag ist festgelegt, daß die Gemeinde für den Unterhalt und die Instandhaltung des Pastorats verpflichtet wird. Im Jahre 1768 stellt Pastor Franz Schulte Tenderich den Antrag auf Umbau an den Dechanten, der abgelehnt wird. 1787 wird der Pastor im Pastoratshause überfallen und zieht sich daher in sein Haus im Dorf zurück. Das Pastorat verfällt sehr schnell. 1812 wird Kaplan Grothues aus Langenhorst zum Pfarrer von Hervest ernannt und restauriert den Hof im Schollbrock. Bis 1854 hat er ein mustergültiges Anwesen geschaffen. Sein Nachfolger Pfarrer Eming arbeitet an der Entwicklung seines Pastorats weiter. 1857 erweitert Pfarrer Eming das Gebäude um große Zimmer im östlichen Teil des Gebäudes. 1890 stirbt Pastor Eming. Sein Nachfolger, Kaplan August Stegemann stellt den Antrag, das Pastorat in das Dorf verlegen zu dürfen. Dies wird genehmigt. Er kauft zu dem Grundstück, das die Gemeinde schon hinter dem alten Schulgebäude besitzt, die Grundstücke der anliegenden Nachbarn hinzu und erbaut dort das neue Pastorat. Daraufhin wird der Schollbrock an den Landwirt Josef Endemann aus Kirchhellen verpachtet. weiter