Die Geschichte der Höfe in Hervest

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Höfe in Hervest (aus Strottkötter : Die Dorstener Bauerngüter)

Das Rittergeschlecht derer von Hervest alias Hervorst mußte schon im 14. Jahrhundert seine Güter veräußern. Zu reicher Kindersegen, Hugo von Hervorst hatte 5 Söhne und 7 Töchter, zwangen ihn zum Verkauf. Alle Güter außer dem Schollbrock und dem Gut Richter wurden an den Grafen Dietrich von der Mark veräußert, das Gut ten Velde an Wessel Schetter. 1359 wird auch das Schollbrock teils an die Stadt Dorsten, teils an Heinrich von der Horst verkauft. Somit verbleibt nur noch der Hof Richter. Ende des 14. Jahrhunderts erwirbt Johann von Senden sämtliche Güter ( außer Richter), kauft zusätzlich von Johan ten Berge den Bergmannshof, und verkauft 1415 alle Güter an die Stadt Dorsten. 1432 wohnt ein Ritter von Hervorst in Dorsten. Johann Ulfkotte, der ihn ohrfeigte, muß dafür 9 Tage im Turm ( der Stadtmauer ) brummen und am folgenden Sonntag mit brennender Kerze barfuß die Prozession begleiten. Der Hof Richter, wohl Stammhof der Familie von Hervest, scheint denselben bis zum Beginne des 17. Jahrhunderts verblieben zu sein. Von den 16 Gütern, die 1415 Johann von Senden an Dorsten verkaufte, sind im Renteibuch 1526/27 die Güter de Kotte und Schollbrock nicht mehr aufgeführt. Das Schollbrock wurde 1430 von der Hervester Kirchengemeinde erworben und im Austausch gegen den Wemhof in der Bauerschaft Wenge dem Pastor überlasen. Die folgenden Güter verblieben der Stadt Dorsten bis zu Ende des 18. oder Anfang des 19. Jahrhunderts:

Der Hof ten Berge ( Bergmann, Bergeswert ) war ein Lehen des Herrn von der Recke zu Heeßen bei Hamm. Der Hof lieferte jährlich 5 Malter Roggen und 2 gg Schweingeld.

Das Wadehaus, 1498 ten Waden, später Wamann genannt, wurde von der Familie Wahmann bewirtschaftet, die 1744 ausstarb. Der Hof wurde 1747 von der Stadt verkauft. Die jährliche Abgabe war 3 Malter Roggen und 1 gg Schweingeld.

Dat Holtkamp, 1498 van Gelre, wurde später Geldermann genannt. Es lieferte 5/4 Scheffel Roggen ab.

Das Overfeld, auch Averfeld oder Oberfeld genannt, leistete 2 Malter Roggen und 1 gg Schweingeld.

Die Kemnade lieferte 1,5 Malter Roggen und 1 gg Schweingeld.

Lütte Vorsbeck lieferte 3 Malter Roggen und 1 gg Schweingeld

Ten Over, später Nover, Schulte Nover, lieferte 9 Malter Roggen, 3 Malter Hafer und 1,5 gg Schweingeld.

Ten Holtkamp lieferte 3 Malter Roggen und 1 gg Schweingeld.

Richter, 1605 in den Renteibüchern zuerst genannt, lieferte an Dorsten 7 Malter Roggen, 2 Malter Hafr und 1,5 gg Schweingeld.


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