Schlachtfest

GESCHICHTEN aus HERVEST

Schlachtfest

Wurde früher in Hervest ein Schwein geschlachtet, dann kam sehr viel Arbeit auf die Hausfrau zu. War das Tier über Nacht ausgekühlt, begann die Zerlegung und Veredelung sprich das Wursten. Nachbarn halfen sich gegenseitig bei der Arbeit. Die Knochen wurden zum Teil ausgelöst und für die Mettwurst abgeschabt. Die Leber wurde zerkleinert und mit Fleischstücken, Mehl und Gewürzen vermischt und in die gereinigten Därme des Schweines abgefüllt. Ebenso wurde die Blutwurst angemischt und mit großen Speckstücken abgepackt. Die Hinterschinken und Rippchen wurden eingesalzen. Auch der gereinigte Magen der Schweines wurde mit Fleischstücken, Gewürzen gefüllt und zu genäht. Die aneinander gebundenen Würste legten die Frauen über Stangen, die über den Waschkesselrand ragten, ins Kochwasser. Nun wurden alle Wurstsorten nach einander im großen Kessel gekocht. Es kam vor, daß im großen Arbeitseifer die Wurst nicht richtig zugebunden war. Der schmackhafte Inhalt ergoß sich dann ins Kochwasser, oder die Wurstmasse war zu fest in den Darm eingefüllt worden, und die Wurst platzte auseinander. Die Wurstebrühe schmeckte dann oft besser wie die einzelnen Wurstsorten. Es schwammen auch dicke Fleischstücke in der Brühe. Die Speckeiten wurde eingesalzen, der Flomen wurden ausgelassen und das Schmalz in Steinguttöpfe gegossen. Nach der Wurstherstellung in Därmen kamen die Weckgläser an die Reihe. Vorgebratenes Fleisch und auch Wurst kam in die Gläser und wurden durch Einkochen haltbar gemacht. Zuletzt wurde die Sülze gekocht. Oft waren 3 lange Tage nötig, bis alles verarbeitet war. Nun wurde die vor Fett strotzende Küche gereinigt und geschrubbt. War alles gereinigt, setzten sich alle Beteiligten und Helfer zum Schlachtfest zusammen, probierten alle Wurstsorten und Fleischprodukte und kosteten süße und klare Schnäpse. Als Dank für die Mithilfe bekam jeder noch ein Wurstpaket, einen "Potthast" mit nach Hause. nächste Geschichte


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