GESCHICHTEN aus HERVEST
Paul, schlachten!
Es war früher noch üblich, daß Hühner frei durch das Dorf Hervest liefen. Kurz nach dem 2. Weltkrieg um 1945/46 liefen an der Dorfstaße zwischen der Scheune des Gastwirtes Franz Einhaus und der Paulusschule die Tiere vom Schmied Johannes (Janz) Fromm, und suchten nach extra Futter. Ganz selten fuhren damals Autos über die Straße. Die Hühner kamen von ihren Ausflügen immer in den Stall zurück, um Eier zu legen, oder zu schlafen. Eines nachmittags kam ein Huhn über die Dorfstraße und wollte in den Stall. Es torkelte und machte seltsame klägliche Gackergeräusche stürzte auf die Seite und schlug wild mit den Flügeln. Mutter Fromm bemerkte das Huhn und rief den Sohn Paul. "Das Huhn ist krank, schlachte es mal eben". Der 15-jährige Sohn erledigte den Auftrag. Nach einiger Zeit fand die Mutter wieder ein "krankes" Tier. Paul mußte die Beile hohlen und schlachten. Es war schon merkwürdig, auch im Stall torkelten die Hühner oder lagen auf dem Boden und verdrehten die Augen. Paul, schlachten ! sagte die Mutter immer wieder. Der Hühnerbestand verringerte sich rapide. Da kam der Hagemeyer's Bernhard zu Besuch ins Haus. Sofort sprach die Mutter Fromm über die vielen kranken Hühner, welch ein Unglück für die Familie. Da lachte der Bernhard, denn die Tiere hatten sich draußen auf der Straße aufgehalten, und hatten Beeren, die mit Alkohol aufgesetzt waren, auf einem Komposthaufen gefunden, und gefressen. Die Hühner waren völlig betrunken. Ein Huhn hatte Glück, es sollte dem Vater "Janz" gezeigt werden und lag als Beweisstück im Stall. Am folgenden Morgen nach der Ausnüchterung im Stall war das Tier wieder flott und fidel. Alle geschlachteten Hühner, die am Fressgelage der süßen Beeren teilgenommen hatten, landeten im Kochtopf. nächster Text