Die Lage des Dorfes Hervest

GESCHICHTEN aus HERVEST

Die Lage des Dorfes Hervest.

Als vor 850 Jahren im heutigen Hervest zwischen Sanddünen eine Kirche gebaut wurde, wählten die Bauherren einen guten Bauplatz aus. Die Kirche, auf einen kleinen Sandberg erbaut, ist bis heute überschwemmungssicher. Betrachten wir einmal den ausgewählte Standort, dann erkennen wir, daß der Lippefluß im Süden einen sicheren Schutz gab. Im Westen steht das heutige Pastorat auf einer Sanddüne. Hinter dem Dorffriedhof zwischen der Glück-Auf Straße und der Friedhofstraße war auch ein langgestreckter Sandhügel. Dieser Sand wurde als Füllsand von Firma Loggemann bis Mitte der 50er Jahre abgebaut. Das Gelände wurde eingeebnet und dient heute als Sport- und Festplatz. Im Norden des Dorfes lag der höchste Hügel. Uns heute noch als Richters Sandberg bekannt. Etwa 8 Meter hoch gelegen und ab 1950 nach und nach für die Bauindustrie abgebaut. Der weiße Sand wurde mit Kalk vermischt und ins nahe Ruhrgebiet gefahren, als Mauermörtel. Daneben lagen auch noch kleinere Dünen, die eingeebnet wurden, als die neue Paulusschule 1907 an der Dorfstraße gebaut wurde. Weiter östlich, am alten Sportplatz, dem heute bebauten Kapellenweg, hat man 1924 bis 1925 den Sand für den Straßenunterbau von der St. Pauluskirche durch den Lippenbusch zur Bücke gefahren. Dieser Sandberg, so sagt uns Bernd Hagemeyer, war noch etwas höher als Richters Sandberg. Die neue Straßenverbindung von Wulfen über Hervest nach Polsum wurde in der Jahresmitte 1926 eröffnet. Der neue eingeebnete Platz wurde für die Paulusschule als Sportplatz genutzt. Anfang des Zweiten Weltkrieges baute das deutsche Militär auf dem Platz die Flak- Stabsabteilung 403. Wollten früher vor 1926 die Leute über die Lippe, so wählten sie die Fähre im Osten des Dorfes bei Einhaus- Bergmann, um über den Fluß zu kommen, oder, sie benutzten die Holzbrücke über die Lippe in Dorsten. Etwas weiter im Osten des Dorfes liegt der sogenannte Flakbusch. Deutlich sieht man hier heute noch die Ausläufer der Sandberge. Und mitten darin liegt das Dorf Hervest, gut geschützt von der Natur, vor ungebetenen Gästen oder Eindringlingen. Nur der hohe Kirchturm überragte das Gelände ein wenig. Ohne jeden Durchgangsverkehr träumte das Dorf viele Jahrhunderte so vor sich hin. Als die Postkutsche durch unser Land fuhr, hatte Hervest keine direkte Anbindung an diese Strecke, die über den heutigen Hellweg führte. Erst, als nach der Jahrhundertwende der Bergbau in unsere Gemeinde kam, und 1926 die Lippebrücke den Verkehr durch unser Hervest ermöglichte, änderte sich das dörfliche Leben gewaltig. Häuser, die dem wachsenden Verkehr im Weg standen, wurden abgerissen. Der Modernisierungstrend machte auch in Hervest nicht halt, so verschwanden nach, und nach, die schönsten Fachwerkhäuser. Zur Erinnerung ein paar Namen der schönen Fachwerkhäuser, die an der Glück- Auf Straße standen und abgebrochen wurden, so das Haus von Alois Unterberg, Bernhard Humberg, Wilhelm Westrich, Bernhard Feller, Franz Steffen, und Maria Hagmann. Bei den Abbrüchen sind auch die schönen Bäume, die vor den Häusern standen verschwunden. Große Eßkastanien, Birnen-und Apfelbäume, und welch ein Jammer, die wunderschöne große Linde, vor der Dorfschmiede Humberg an der Glück- Auf Straße. nächste Geschichte


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